EU veröffentlicht neue eInvoicing Country Factsheets 2025

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Im Juli 2025 hat die Europäische Kommission die überarbeiteten eInvoicing Country Factsheets veröffentlicht. Damit möchte die EU eine zentrale Informationsquelle für alle Akteure im europäischen, elektronischen Rechnungswesen schaffen.

Mit den neuen Länderübersichten wird deutlich, wie weit die Digitalisierung der Rechnungsstellung in Europa bereits fortgeschritten ist – und wie komplex und unterschiedlich die Anforderungen in den einzelnen Staaten ausfallen. Die Veröffentlichung der Factsheets erfolgt im Kontext weitreichender regulatorischer Veränderungen, allen voran der sukzessiven Einführung verpflichtender elektronischer Rechnungen (eRechnungen) im B2G- und B2B-Bereich.

Die Bedeutung der Factsheets für den EU-Binnenmarkt

Die neuen Country Factsheets stellen der Vision der EU nach nicht bloß eine Aktualisierung der bereits vorhandenen Informationssammlung dar. Sie sollen vielmehr erstmals einen vollständigen, detaillierten Überblick über die gesetzlichen und technischen Rahmenbedingungen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in mehreren weiteren europäischen Ländern bieten.

Jedes Factsheet beleuchtet nicht nur die aktuelle nationale Umsetzung der eInvoicing-Richtlinie 2014/55/EU, sondern auch die jeweiligen Besonderheiten und Zukunftspläne der Länder. Insbesondere der verpflichtende Einsatz von eRechnungen im Geschäftsverkehr steht dabei im Fokus.

„Bei E-Rechnungen im Sinne des § 14 Absatz 1 Satz 3 und 6 UStG ist es ausreichend, wenn nur der strukturierte Teil aufbewahrt wird und die Anforderungen dieses Schreibens erfüllt werden. Eine Aufbewahrung des menschenlesbaren Datenteils einer hybriden E-Rechnung (z. B. des PDF-Teils einer ZUGFeRD-Rechnung) ist nur dann erforderlich, wenn zusätzliche oder abweichende Informationen enthalten sind, die für die Besteuerung von Bedeutung sind (z. B. Buchungsvermerke).“

Was ist neu an den 2025er-Factsheets?

Gegenüber den Vorjahren wurden die Factsheets grundlegend neu strukturiert. Besonders hervorzuheben ist die klare Gliederung in einen zusammenfassenden Überblick („Quick Insights“) und eine vorausschauende Sektion zu den geplanten nächsten Schritten („Next Steps“).

Außerdem wurde der Informationsumfang erweitert: Neben dem öffentlichen Sektor (B2G) stehen jetzt auch B2B- und B2C-Prozesse im Fokus.

Die Themen der Factsheets:

  • Echtzeit-Meldung der Mehrwertsteuer (VAT Reporting),
  • Nachhaltigkeitsanforderungen und
  • die Rolle nationaler und internationaler Plattformen (zum Beispiel Peppol)


werden erstmals konsequent in jedem Land betrachtet.

Die Angaben in den Factsheets wurden, soweit möglich, durch die jeweiligen nationalen Stellen bestätigt. Das schafft zusätzliche Sicherheit und Relevanz.

Welche Informationen liefern die Factsheets konkret?

Die neuen eInvoicing-Factsheets decken folgende Kernbereiche für jedes Land ab:

  • Rechtlicher Rahmen und Stand der Umsetzung der EU-Richtlinie
  • Status der eRechnungs-Pflicht im B2G-, B2B- und B2C-Segment
  • Technische Standards, verwendete Formate (z.B. EN 16931, CIUS) und Plattformen (wie Peppol)
  • Besondere Anforderungen, etwa zu Echtzeit-Mehrwertsteuer-Meldungen oder Nachhaltigkeit
  • Angaben zu relevanten nationalen Anlaufstellen, Systemen und Anbietern
  • Zusammenfassende Einschätzungen zur aktuellen Entwicklung und zu geplanten Gesetzesänderungen


Diese umfassende Dokumentation soll es europäischen Unternehmen erleichtern, die richtigen Prioritäten bei der Digitalisierung ihrer Rechnungsprozesse zu setzen.

Mit der Veröffentlichung der neuen eInvoicing Country Factsheets versucht die EU-Kommission, endlich etwas mehr Licht und Orientierung in das dynamische Umfeld der digitalen Rechnungsstellung zu bringen. Die relativ übersichtliche Struktur, der deutlich erweiterte Informationsgehalt und die Betonung künftiger Entwicklungsschritte machen die Factsheets zu einem willkommenen Arbeitsinstrument für alle, die sich selbst intensiv mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen beschäftigen.

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